Von Laayoune nach Dakhla

Die Nacht war eine der bisher schönsten, zum Einschlafen könnten wir vom Zelt aus den Sternenhimmel beobachten. Und der ist wirklich schön.
Am Morgen gibt es erst einmal ein Frühstück in der Jurte, dann werden die Zelte gepackt, die Autos dem Guten-Morgen-Check unterzogen und es geht über die Sandpiste los.

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Wir fahren heute größtenteils die Küste entlang nach Süden.

Die Polizeikontrollen nehmen im Laufe des Tages erheblich zu und werden strenger; wurde man in Rabat und Marrakech noch jedesmal durchgewunken, ist hier gar nicht daran zu denken, ohne fiche und Passkontrolle durchzukommen.

Andi und Achim hat es einmal besonders dumm getroffen, sie sind wie immer neben die Kontrolleure gefahren – dieses Mal hatten diese aber ein winzigklitzekleines Stopschild auf arabisch 50m davor aufgestellt.

Empört wurden samtliche Papiere eingefordert, Fahrzeugschein, Versicherungsschein, die marokkanische Personenkontrollnummer, Zollpapiere – und die beiden wurden abgeführt in die Wache. Auf dem Weg dorthin sahen wir einige andere Rallyeteilnehmer an uns vorbeifahren – für die war keine Zeit mehr, Glück gehabt.

Als Übersetzer durfte auch ich mit rein.
Der Milizchef, hager, Schnauzer, schlechtgelaunt und unfreundlich, holte ein Gesetzbuch raus, zeigte auf den passenden Verstoß mit dem Stopschild, und den Preis daneben. 700DH pro Fahrer, etwa 70 Euro.

Hatten wir aber nicht.

Übermorgen ist die Ausreise und all unser Geld für Sprit, Wasser und Essen eingeplant. Euros nehmen sie nicht,  und es kamen grade mal 800DH zusammen.

Endlose Minuten später fragt er, was wir denn anzubieten hätten, bzw. wie wir ihm eine Freude machen können. Kurz danach stehen wir wieder draußen an den Autos und händigen dem zivilen Gehilfen der beiden Polizei-Wegelagerer 15 Dosen 0,3l San Miguel aus, mit denen wir uns in Spanien reichlich eingedeckt hatten.

Erst waren wir empört, dann würde uns klar, dass wir gerade sozusagen fast 10 Euro pro Bier bekommen haben und wir theoretisch mal über ein zweites Standbein als Getränkehändler in Marokko nachdenken könnten.
Jedenfalls haben wir gutes Glück gehabt.

Weiter geht es, von Kontrolle zu Kontrolle, immer mit einem wachen Auge nach Stoppschildern suchend.

Dazwischen erwarten uns grandiose, endlos weite Landschaften und großartige Küsten, und abends kommen wir staunend und zufrieden am hässlichen Zeltplatz in Dakhla an.