Einreise Mauretanien und Sanddüne

Für den Tag der Einreise nach Mauretanien haben wir 380km eingeplant, der Rest des Tages geht für die Grenzpassage drauf.

Da Andi und ich gemeinsam fahren, ich aber bei Achim auf dem fiche-Kontrollzettel stehe, müssen eilig wahrend der Fahrt neue für die Checkpoints geschrieben werden.

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Unterwegs kommen wir wie erwähnt am Nördlichen Sonnenwendekreis vorbei, eine Stunde später ist Pflichttreffpunkt zum Tanken und Dieselkanister füllen, und nochmal einen Kaffee zu trinken.

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Hier bekommt das erste Team ernsthafte Probleme: Bei ihrem Nissan-Jeep läuft Kühlflüssigkeit aus, und der Motor ist überhitzt.

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Es stellt sich herraus, dass der Zylinderkopf hinüber ist und Risse bekommen hat. Man munkelt, dass für das Team die Rallye wohl vorüber ist. Aber zumindest wird der Nissan erst einmal noch die 100km nach Mauretanien geschleppt, hierlassen ginge aus Zollgründen nicht.

Es geht weiter in Kolonne an die Grenze.

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Die Ausreise aus Marokko dauert etwa 2 Stunden. Im Anschluss befinden wir uns im Niemandsland, die „Wege“ sind aus unserer Sicht unfassbar, wir fahren über Felsen, Sand und Steine, umgeben von Unmengen Autowracks, von denen bereits alles halbwegs Wertvolle abmontiert wurde. Autos und Lkw setzen immer wieder auf und kratzen sich mit Glück nur den Rost von Unterseiten.
Die ersten Einsandungen finden statt, für den Kilometer Niemandsland benötigt die Gruppe etwa eine Stunde.

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Es folgen weitere 3 Stunden innerhalb der mauretanischen Grenzstation, wir unterhalten uns mit anderen Rallyeteilnehmern und einer Gruppe Senegalesen, die in Italien in der Toscana in den Weinbergen arbeiten und auf Heimurlaubsfahrt sind.

Ein Mauretanier erzählt uns um 18:45, dass um 19 die Beamten Feierabend machen, wer bis dahin keine Einreisegenehmigung hat, darf bis morgen warten. Außerdem spüre er, dass ein Sandsturm aufzieht.

Unruhe macht sich breit, doch kurz nach 7 erfolgt der Startschuss und 43 Autos quetschen sich eilig durch die Schranke.

In Kolonne geht es von der Straße ab in die Wüste, das Ziel ist eine versteckte Düne, an deren Fuß die erste Übernachtung in Mauretanien geplant ist.

Während der Warterei an der Grenze konnte für den Nissan ein Mechanikerteam herbeigerufen werden, das sich noch in der Nacht daran macht, den Motor zu zerlegen.

Sie versprechen sogar, dass die Kiste schon morgen wieder läuft und weiterfahren kann, sie können über Nacht einen neuen Zylinderkopf besorgen.

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Am nächsten Morgen können wir tolle Bilder vom Sonnenaufgang in der Sahara knipsen:

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Es gibt das erste der ab jetzt täglichen Briefings, der Tag und seine Herausforderungen, die Müllverbrennung, Tips zum Sandfahren etc. werden besprochen.

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Im Verlauf des Vormittags zieht der angekündigte Sandsturm auf, zumindest ein kräftiger Wind, ohne Skibrille möchte man nicht draussen sein. Sand überall, in den Autos, in den Schuhen, im Schlafsack, in Augen, Nase, Zähnen und überall, wo der feine Sand sonst noch hingelangen kann, also gibt es praktisch keine sandfreie Stelle.

Der Nissan wurde abgedeckt und die ganze Truppe wartet auf dessen Reparatur; die gestern so emsigen Mechaniker sind bislang nicht aufgetaucht, es ist mittlerweile Mittag. Vermutlich fehlt noch der neue Zylinderkopf.

Wenigstens gibt uns das Gelegenheit, im Auto noch diesen Beitrag zu schreiben. Eigentlich wäre es auch schön, die Zeit zu nutzen, um ein paar Nudeln zu kochen – aber die würden sofort gesandstrahlt und vermutlich sehr al dente werden.

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Ein Gedanke zu „Einreise Mauretanien und Sanddüne“

  1. Hallo ihr Sandflöhe, der heutige Beitrag ist total beeindruckend! Besonders, daß ihr überhaupt nochmal senden konntet. Aus der Heimat (wo alles IO ist) viele Grüße, kommt gut durch, wir sind in Gedanken und mit dem Finger auf der Landkarte bei Euch!
    L.G. Elke

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