Was dabei rumkam

Heute, am Sonntag, gab es die Versteigerung der Autos im Independance-Stadion in Bakau.

Nachdem in den letzten beiden Tagen alle Autos so gut es geht vom Saharasand befreit wurden, wir haben für das Waschen 2 Ersatzräder vom Passat eingetauscht, ging es heute morgen zum Stadion. Alle Autos wurden in 3 Reihen aufgestellt, Interessenten vorgeführt und zur Auktion von uns vor das Publikum gefahren, wo ein professioneller Auktionator mit Megaphon versuchte, den Leuten möglichst viel Geld aus dem Kreuz zu leiern.

Mr. Pommeroy ging für 64.000 Dalasi, etwa 1500 Euro an eine Frau aus Banjul, und wird künftig als Familienkutsche dienen (und leider umlackiert). Wir hatten die 2 übrigen Räder aus dem Auto geholt und das Radio ausgebaut, damit wir noch etwas Verhandlungsspielraum haben, denn wir hätten gerne noch ein Auto für die kommende Woche. Der Plan ist aufgegangen, im Tausch für die Räder und das Radio können wir Mr. Pommeroy erst einmal noch behalten.

Für Ms. Winterbottom gab es 138.000 Dalasi, etwas mehr als 3000 Euro, sie ging an einen örtlichen Händler, was am Ende daraus wird, werden wir nicht erfahren, er wollte sie auch sofort mitnehmen und ließ sich auch mit einem Satz Rädern nicht überreden.

Insgesamt wurden 3.906.000 Dalasi, etwa 86.000 Euro in die Kasse der DBO gespült.

Was damit angefangen wird, konnten wir uns gestern ansehen:

Wir waren im Krankenhaus Kundembo in Gunjur, das von der Organisation gebaut wurde und bezahlt wird, dort werden sowohl mittellose Menschen behandelt wie auch Leute zu Krankenpflegern und Schneidern ausgebildet. Hier ist mittlerweile auch ein Health Care Center etabliert, welches Aufklärung betreibt, wie man sich gesund hält und frühe Schwangerschaften verhütet. Das Einzugsgebiet dieses Krankenhauses umfasst ca. 60 Dörfer und Siedlungen im Umkreis.

Hier konnten wir die medizinischen Spenden, die wir mitbekommen hatten, verteilen, sie werden dringend gebraucht, es fehlt an allem.

In Sanyang wurde eine Schule gebaut, hier wird armen Kindern, deren Eltern sich keine Schulgebühren leisten können, die Möglichkeit gegeben, zur Schule zu gehen, auch gibt es einen Kindergarten, in dem die Kinder Englisch lernen können, bevor sie in die Schule kommen. Dort wird nämlich Englisch gesprochen, weil es in diesem Land, das etwa so groß ist wie Hessen, über 21 Sprachen gibt. Daher sollten die Kinder englisch können, wenn sie ins Schulkindalter kommen.

Hier haben viele Bälle, Luftballons, Hefte und Stifte dankbare Hände gefunden.

Im Anschluß waren alle nochmal am Strand essen und Schwimmen, danach gab es noch ein Fußballspiel zwischen einer Rallyeauswahl und einer gambianischen Dorfmannschaft, auf einem Sandplatz, der eher an einen Strand erinnert. Die Stimmung war grandios, die Deutschen hatten Hupen zum Anfeuern, die Gambianer eine ganze Trommelcombo, es wurden 2×20 Minuten gespielt, mehr ist bei den Temperaturen kaum drin gewesen.

Demnächst gehen wir noch die Armenspeisung, die KFZ-Ausbildungs-Werkstatt und eine weitere Schule besichtigen.

Die Spenden werden hier wirklich gebraucht, die Not ist groß und die Möglichkeiten, Geld zu verdienen, selten, es mangelt an so Vielem, was für uns so selbstverständlich im Laden steht.

Die gespendeten Werkzeuge werden in der Kfz-Ausbildungsstätte der DBO den fertig ausgebildeten Mechaniker-Lehrlingen mitgegeben, damit haben sie eine Möglichkeit, unter dem Mangobaum ihre eigene fliegende Werkstatt zu eröffnen.

Ein großes Danke von uns an all unsere Sponsoren, Helfer, Freunde, die uns so gut unterstützt haben, dieses einmalige Abenteuer zu erleben und uns geholfen haben, Hilfe aus unserem reichen Europa in die verarmten Regionen der Welt zu bringen. Auch einen großen Dank an den Breitengrad e.V. und die DBO für die klasse Vorbereitung und die ständige Arbeit vor Ort.

Viele Grüße nach Hause ins kalte Deutschland,

Andi, Achim und Thorsten