Von Aglou Plage nach Laayoune

Die nächste Etappe führt uns durch den Antiatlas, über wunderbar zu fahrende Bergstrecken mit phantastischer Aussicht. Die Temperaturen werden von Tag zu Tag höher, auch nachts wird es erträglicher. Tagsüber sind es um die 28°C, nachts etwa 20°C.

Nach dem Frühstück geht es, natürlich erst nach dem täglichen Auto-Check (Öl, Wasser, Bodenplatte, Bremsflüssigkeit, Dachträger), direkt weiter zum nächsten Café, wo bereits beim Parken 5 Minuten diskutiert werden muss, ob man seine Scheiben wirklich nicht geputzt haben will, ganz billig, kranke einbeinige Mutter und unter Demenz leidende Kinder daheim. Schließlich willigt man ein und gibt dem Scheibenputzer 10 Dirham, damit er sich ans Werk macht. Nachdem wir für 16 Dirham, etwa 1,50€, unsere 3 café au lait getrunken haben und zu den Autos zurückkehren, sind wir von einem Linienbus zugeparkt worden. Aber halb so wild, wir haben ja Offroad-Fahrzeuge und können so schonmal das über Steine fahren üben und durch den „Garten“ ausparken.

Hier einmal ein paar Eindrücke vom Tag:

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Die Strecke vor uns zeigt viele neue Eigenarten von Marokkos Süden: Am Ende des Tages werden wir etwa 10, 12 mal an Straßenkontrollen angehalten haben, um dort unsere „fiches“ abzugeben, das sind unsere ausgedruckten Team- und Personenauskünfte. Es werden die Pässe kontrolliert, Nummern übertragen, der Bürokratie gehuldigt.

Manche der Polizisten nehmen es nicht ganz so genau, mit einem klatschen wir hauptsächlich über die Rallye, Marokko und Deutschland, und am Ende fragt er uns nach Bier, nicht aus beruflichen oder zollrechtlichen Gründen, nein, vielmehr ist am 18. hier Feiertag, und die Marokkaner möchten auch gern einen heben, und an Alkohol kommt man hier schwer ran. Nachdem wir ihm 2 Bierdosen schenken, bedankt er sich freundlich, und wir können weiterfahren.

Doch nicht jede Kontrolle fällt so einfach aus, bei einer späteren hängt eine ausgeschaltene ActionCam an unserer Windschutzscheibe, auf unser Bonjour folgt daher ein wildes Geschrei dreier Beamter, dort hinge eine Kamera, gerade so, als wäre es eine Granate.
Nach 5 unangenehmen Minuten voller böser Blicke können wir aber auch hier weiter und sind erleichtert.

Man merkt anhand der Kontrollen deutlich, dass wir das Grenzgebiet zur früheren Westsahara anpeilen.

Auch die Landschaft ändert sich allmählich, die Umgebung wird karger und unwirtlicher, Schilder verweisen auf freilaufende Kamele, und erste Sanddünen sind zu sehen, manche werden von Baggern wieder von der Straße geschoben.

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Man findet keine Supermärkte mehr, und Tankstellen sind nur noch Tankstellen. Seit 2 Tagen versuche ich, meine Telefonkarte wieder aufzuladen, finde aber keine entsprechenden Läden. Daher ist auch nicht klar, wann wir das nächste Mal Internet haben werden.

Unterwegs kommen wir an  an einem imposanten Loch im Erdboden vorbei, in das vom Meer aus riesige Wellen hineinrauschen. Wir beschließen, hier eine halbe Stunde Fotopause zu machen.

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Im Anschluß geht es noch an einem Salzsee vorbei, über unsere erste Offroad-Strecke bis zum Zeltplatz.

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Vom Salzsee kann man leider trotz Fernlicht nichts sehen, dafür wurden dort Andi und Achim von Omar wan Kenobi angesprochen, ob sie nicht doch auf die Dunkle Seite kommen wollten, er sei da mittlerweile auch.

Der Zeltplatz wird von einer belgischen Aussteigerfamilie betrieben, man isst und trinkt in der Jurte, es gibt Dromedargulasch mit Datteln, Honig und Gemüse, sehr lecker.

Zufrieden trinken wir noch ein, zwei Bier und machen erste Versuche, wie man  nachts in der Wüste schöne Bilder hinbekommt. Der Sternenhimmel ist hier nämlich richtig schön zu sehen.

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